Ab Montag, den 15.06.2020 gilt eine neue Coronaschutzverordnung und eine neue Hygiene- und Infektionsschutzverordnung in NRW. Dadurch ergeben sich keine neuen Möglichkeiten der Gestaltung von Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit - mit Einschränkungen. Grundsätzlich möglich sind seit dem 30.05.2020:

  • Ferienfreizeiten mit Übernachtung - ab 15 Personen mit festen 'Bezugsgruppen' und vielen anderen Auflagen
  • Busreisen - mit Auflagen
  • Ferienspielaktionen, ab 15 Personen mit festen 'Bezugsgruppen' - bis zu 10 Teilnehmenden

Besonders lesen sollte man:

  • § 1 Abs.2 Nr. 5 - es dürfen sich bis zu 10 Personen in einer Gruppe in der Öffentlichkeit aufhalten, d.h. dies gilt dann auch für Aktivitäten der Jugendarbeit im öffentlichen Raum - also, im Park, im Wald usw.
  • § 15 Abs. 4 und 5 - Beherbergung, Tourismus, Ferienangebote - damit ist klar, dass Ferienfreizeiten wieder möglich wären. Die meisten Vereine haben ihre Sommerfreizeiten schon abgesagt - nicht zuletzt wegen der drohenden Stornokosten, aber auch aus Gründen der Verantwortbarkeit und  pädagogischen Gründen.
  • Ziffer X. der Anlage - Tagesausflüge, Ferienfreizeiten, Stadtranderholungen und Ferienreisen für Kinder und Jugendliche - da sind die Auflagen beschrieben, die eingehalten werden müssen. Deutlich wird, dass solche Ferienspielaktionen am ehesten umsetzbar sind, wenn die Gruppe nicht größer als 15 Personen ist oder größere Gruppen in feste Bezugsgruppen von ca. 10 Teilnehmern unterteilt.
  • Ziffer IX. der Anlage -  Fahrten in Reisebussen - die sind also wieder mit detaillierten Auflagen möglich. d.h. aber auch, dass über Ausflüge (zumindest mit kurzen Fahrzeiten) nochmal nachgedacht werden darf.

Wichtig ist auch, dass hier erstmals im Kontext von Kinder- und Jugendarbeit von einer verpflichtenden Mund-Nase-Bedeckung die Rede ist, wenn der Mindestanstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann.

Zitat:

Soweit der Mindestabstand aufgrund räumlicher Verhältnisse oder zwingender programmbedingter Abläufe nicht eingehalten werden kann, ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung vorzugeben. Hierzu haben die Teilnehmenden grundsätzliche eine Mund-Nase-Bedeckung mitzuführen. Der Veranstalter hat die Teilnehmenden
in die Nutzung einzuweisen und sie dabei zu unterstützen sowie einen ausreichenden Ersatz an Mund-Nase-Bedeckungen vorzuhalten.

Zur Klärung tragen auch die FAQ's der Landesjugendämter und des Landesjugendringes NRW bei, z.B.

Bei Gruppen in Tagesausflügen oder Freizeiten von mehr als 15 Personen sollen feste 'Bezugsgruppen' von max. 10 Teilnehmer/innen (inklusive Leiter/innen) gebildet werden. Innerhalb der Bezugsgruppe ist kein Mindestabstand oder eine Mund-Nase-Bedeckung erforderlich, aber zwischen den Bezugsgruppen ist der Mindestabstands einzuhalten oder wo dies nicht möglich ist, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Gruppen zwischen 10 und 15 Personen sollen ebenfalls in zwei Bezugsgruppen aufgeteilt werden.

Bei allen Aktivitäten in der Jugendarbeit sind die Teilnehmer/innen und Mitarbeiter/innen mit Kontaktdaten zu erfassen, damit ggf. eine Rückverfolgung möglich ist, falls jemand mit dem Virus infiziert war.

Die neuen Verordnungen stehen hier als download zur Verfügung.

Coronaschutzverordnung - gültig ab 16.06.2020 Hygiene- und Infektionsschutzverordnung - gültig ab 16.06.2020 Aktuelle FAQ's der Landesjugendämter/Landesjugendring NRW